Bräulexikon

A

Abziehen

(vorsichtiges) Umfüllen von Würze oder Bier von einem Behälter in einen anderen, um den Bodensatz abzutrennen.

aerob

Mt Sauerstoff ablaufender (Lebens-) Prozess.

Afterbier

Nachbier, das aus der bereits ausgekochten Maische nochmals gebraute Bier. Es ist heute vollständig verschwunden, wird aber noch in den Glossen des 19. Jahrhundert geführt.

alkoholarm

Bier mit einem Alkoholgehalt unter 1,5%M (in Europa 1,5%V).

Alkoholgehalt

Ca. 1/3 des Stammwürzgehaltes findet sich im fertigen Bier als Alkohol wieder, der in Volumenprozent angegeben werden muss; Alkoholarm darf sich ein Bier nennen, das weniger als 1,5% Alkohol enthält; ein alkoholfreies Bier muss unter 0,5% liegen.

Amylase

Ein Enzym, das die Bindungen der Stärke aufbricht. Wird verstärkt während der Keimung der Gerste beim Mälzen erzeugt.

anaerob

Ohne Sauerstoff ablaufender (Lebens-)Prozess.

Ankommen

Start der Gärung. Erkennbar an der sich zuerst fleckenweise bildenden, feinen weißen Schicht auf der Oberfläche.

Anschlagen

Eine (Schlauch-) Verbindung herstellen.

Anschwänzen

Heißes Wasser wird im Läuterbottich auf den Treber gegeben, um den restlichen Zucker herauszulösen.

Anschwänzwasser

Wasser, das auf den nach dem Läutern erhaltenen Treber gegeben wird um aus diesem den restlichen Zucker auszuschwemmen.

Anstellen

etwas hinzugeben. Besonders die Hefe zur Würze. “Die Hefe anstellen.”

Anstellwürze

Würze, die zum Anstellen der Hefe bereit ist. Würze unmittelbar vor dem Anstellen der Hefe (womit die Würze dann zum Jungbier wird).

Alpha-Säure

Inhaltsstoff des Hopfens; bewirkt den (hopfen-) bitteren Geschmack des Biers. Wird beim Kochen der Würze in eine lösliche Form überführt (isomerisiert).

Aroma

Die Fülle des Geschmacks und Geruchs eines Bieres. Es wird beeinflusst durch die Wahl der Rohstoffe, sowie die angewandte Brautechnologie.

Aromahopfen

wird vorwiegend für “Pilsbiere” verwendet, besonders edel, entsprechend kostbar.

aufkräusen

Würze in Bier geben (dessen Vergärung weitgehend abgeschlossen ist), z.B. vor dem Übergang zum Reifen in Drucktanks um dort durch die Vergärung der Würze wieder CO2 zu erzeugen, s.a. Speise.

Ausschlagmenge

Menge der bei einem Sud erzeugten Anstellwürze. Allgemein: Menge der aus einem Gefäß abgeleiteten Flüssigkeit.

Autolyse

Selbstauflösung von Hefe bei zu hohem Alter; führt zu einem gummiartigen Geruch des Biers.

B

Belüften

Luft oder Sauerstoff in die Anstellwürze geben um dort Sauerstoff für den Start der Hefe einzubringen.

Bier

mittelhochdeutsch Bier, althochdeutsch Bior, niederländisch Bier, englisch beer. Die Herkunft des Wortes ist nicht geklärt. Möglicherweise ist es aus dem lateinischen biber = “Trank” entlehnt. Aus dem Deutschen stammt italienisch birra, aus dem Niederländischen das französiche bière.
In Österreich ist die Biererzeugung durch das österreichische Lebensmittelbuch (Codex Alimentarius Austriacus) geregelt:
Bier ist ein aus Zerealien, Hopfen und Wasser durch Maischen und Kochen hergestelltes, durch Hefe vergorenes, alkohol- und kohlensäurehaltiges Getränk.

Biermutter

Der Bodensatz (von Hefe) im Fass.

Bierpflege

Für den runden Biergenuss ist es wichtig, das Bier ruhig, dunkel und bei Temperaturen zwischen 6 – 8° C zu lagern.

Bierspindel

Messgerät zur Bestimmung der gelösten Bestandteile der Bierwürze, der Stammwürze.

Bierschwand

Differenz zwischen Ausschlagmenge der Würze und der an nutzbarem Bier. Angegeben in Prozent der Ausschlagmenge.

Bierstein

braungraue Ablagerung an den Wänden von Gefäßen und Rohrleitungen. Nährboden für Verunreinigungen.

Bierwürze

oder Würze nennt man die flüssigen Teile der Maische.

Bitterstoffausbeute

Maßzahl für den Übergang der im Hopfen enthaltenen Alphasäure in die Würze. Liegt bei 25…35%.

Blankes Bier

Klares, filtriertes Bier; im Unterschied zum naturtrüben Zwicklbier und Weizenbier.

Blume

Aroma des Bieres; auch volkstümlicher Begriff für den Schaum auf dem Bier.

Bockbier

Starkbier mit mindestens 16% Stammwürze; bernsteinfarben, vollmundig, würzig, fein gehopft, alkoholreich.
Bockbier wird traditionell zu Weihnachten und Ostern gebraut.

Brauen

mittelhochdeutsch “briuwen”, althochdeutsch “briuwan”, niederländisch “brouwen”, englisch “to brew”, schwedisch “brygga”;
das Wort geht auf indogermanisch “bh(e)reu” (=aufwallen) zurück.

Braugerste

Zweizeilige, nicht überaus ertragreiche, dafür keimfreudige und stärkereiche Sommergerste. Sie liefert das Gerstenmalz.

Brauwasser

Idealerweise sehr weich und ohne organische Verunreinigungen. Sein pH-Wert sollte zwischen 4 und 5 liegen.

Bruch

in der abkühlenden Würze nach dem Kochen sichtbar werdende Teilchen, wie Flocken aussehend, bestehend aus geronnenen Eiweißen und Hopfenteilchen
(Hopfenbruch).

Bruchbildung

Mit dem Ende des Kochens ballen sich Teilchen in der Würze zusammen, die als Bruch bezeichnet werden. Der Bruch hebt sich von der (weitgehend) klaren Würze ab.
Ein feste Bruchbildung mit deutlicher Differenzierung von der Würze wird angestrebt.

Brüdenkondensator

Wärmetauscher, an dem der beim Kochen entstehende Dampf kondensiert, also wieder flüssig wird, wobei Energie zurückgewonnen wird.

 

C

Caramelmalz

Spezialmalz das eingesetzt wird, um eine höhere Vollmundigkeit, ein Malzbetontes Aroma und gegebenenfalls einen besseren Schaum zu erzielen.

D

Darren

Der Trocknungs- bzw. Röstungsprozess des Grünmalzes in der Mälzerei. Helles Malz (ca 80°C) ergibt helles Bier, aus dunklem Malz (ca.105°C) wird dunkles Bier gebraut.

Degen

Bis zum Boden reichendes Steigrohr im Fass zum Zapfen des Bieres.

Dekoktionsmaischverfahren

Maischverfahren, bei dem die Temperatur der Maische durch Kochen eines Teils der Maische und Zurückführen dieser Kochmaische in die Hauptmaische erhöht wird. Durch das Kochen eines Teils der Maische wird ein höherer Stärkeaufschluss erzielt. Von: Dekokt (Abkochung, Absud).

Dextrin

Höhermolekulares Kohlenhydrat, entsteht beim enzymatischen Abbau von Stärke.

Dichte

Spezifische Masse; Masse bezogen auf das Volumen, das diese Masse einnimmt (Gramm/ Kubikzentimeter).

Doppelbock

Extrastark gebrautes, meist dunkles untergäriges Bier mit einem Alkoholgehalt von 6 – 8%.

 

E

EBC

Vergleichsmaß für die Farbe von Würze oder Bier, wie sie mit bestimmten Malzen erreicht wird. Gemessen in einem Spezialgerät durch Vergleich mit einer Farbscheibe.

helle Malze bis 4 EBC
mittelfarbige Malze 5…8 EBC
dunkle Malze 9,5….16 EBC
spez. Farbmalze bis einige 100 EBC (z.T. >1000 EBC)

Enzyme

Biokatalysatoren, die im Malz enthalten sind. Sie bewirken die Aufspaltung in vergärbare Substanzen (Maltose; Dextrin).

Extrakt

Alle beim Brauprozess in Lösung gehenden Stoffe.

F

Filtern

Zur Entfernung der Trübstoffe und Heferückstände wird das fertige Bier in der Brauerei filtriert.

Flaschengärung

Hauptssächlich bei der Herstellung von Weizenbier verwendete Technologie, bei der die Nachgärung, Ausreifung und Anreicherung von CO2 in der Flasche stattfindet.

Flavonoide

In Tierexperimenten schützten Flavonoide vor Dickdarm- ,Brust – und Hautkrebs. Klar bewiesene Schutzwirkung vor Lipidperoxidation und Radikalbildung durch diese Stoffgruppe im naturtrüben Bräu. Für einzelne Flavonoide wurde klare antivirale Wirkung bewiesen.

G

Gärstoff

Stärke- und/oder zuckerhaltiger Ausgangsstoff (wie Getreide, Malz oder Honig) für die Bierbrauerei.

Gärung

Die Hefe wandelt unter Ausschluss von Sauerstoff Malzzucker in Alkohol, CO2 und Wärme um.

Geschmack

Die Geschmackseigenschaften von Bieren werden in Aroma, Vollmundigkeit, Rezenz und Bittere unterteilt.

Glattwasser

Würze sehr geringer Dichte, die nach mehrmaligem Anschwänzen, beim “Ausspülen” des Trebers, entsteht. Kann als Teil des Einmaischwassers für einen weiteren Sud verwendet werden.

H

Heißtrub

Trub in der Würze nach dem Kochen. Wird im Whirlpool zu einem großen Teil entfernt.

Hefen

sind Kleinstlebewesen (Bioorganismen). Durch sie findet bei der Vergärung die Umwandlung von Malzzucker in Alkohol und Kohlensäure statt. Obergärige Hefen (obergäriges Bier) arbeiten bei höheren Temperaturen als untergärige Hefen (untergäriges Bier).

Helles Malz

Malz mit bis zu 4 EBC.

Herzinfarkt

Mäßiger, regelmäßiger Bräukonsum schützt nachweislich vor Herzinfarkt (tschechische Studie an Männern mit 4 – 9 Litern wöchentlichem Bierkonsum, British Medical Journal,20.5.2000).

Hopfen

lat. humulus lupulus, ist ein Maulbeergewächs. Er verleiht dem Bier die typisch herbe Note, die Bittere. Nur die unbefruchteten weiblichen Blütenstände finden für das Brauen Verwendung. Seine Bitterstoffe wirken antibakteriell und sind für die Stabilität des Bierschaumes wichtig.

 

I

Infusionsmaischverfahren

Maischverfahren, bei dem das gesamte Maischevolumen zusammenhängend erwärmt wird (s.a. Dekoktionsmaisch- Verfahren). Von Infus: Aufguss.

Inhaltsstoffe

Bier enthält hauptsächlich Wasser, Alkohol, Kohlenhydrate, Eiweiß- und Bitterstoffe, CO2 sowie einige wichtige Vitamine und Mineralstoffe.

Isobarometer

Fassabfüllapparat, mit dem das Bier unter Gegendruck (schaumfrei) abgefüllt wird.

Isomerisierung

chemische Strukturwandlung. Beim Brauen insbesondere die Überführung der an sich nicht wasserlöslichen (Alpha-)Säure des Hopfens in eine lösliche Form durch das Kochen.

J

Jodprobe

Der Braumeister prüft mittels Jodprobe, ob die Enzyme des Malzes die Umwandlung in Maltose (aus Malzstärke wird Malzzucker) bewirkt haben. Bei Gelbfärbung ist dieser Vorgang abgeschlossen.

Jungbier

Noch nicht geschmacklich ausgereiftes Bier.

K

Kalorien

Bier hat etwa 435 Kalorien (bzw. 1822 Kilojoule) pro Liter. Das ist die Hälfte von Wein oder Fruchtsaft.

Karbonisieren

Einbringen von Kohlendioxid in das Bier um dessen Gehalt an diesem Stoff zu erhöhen. Erfolgt durch Verdüsen von CO2 im fertigen Bier.

Kieselgur

Filterhilfsmittel gewonnen aus fossilen Ablagerungen der Kieselalgen (Diatomeen); feinkörniges Pulver mit der Eigenschaft, Trubstoffe zu binden.

koagulieren

Zusammenballen (Klümpchenbildung) von Eiweißen oder Hefezellen.

Kochen

der Würze mit den Zielen der Isomerisierung des Hopfens, des Sterilisierens der Flüssigkeit, des Ausfällens der Eiweiße (durch Koagulieren, Gerinnung durch Hitze) und des Einstellens auf eine bestimmte Dichte durch Verdampfen von überschüssigem Wasser.

Kondensator

Dampfabscheider. Bewirkt durch Abkühlen die Verflüssigung des Dampfes.

Kräusen

Schaum auf dem gärenden Jungbier gebildet durch das austretende Kohlendioxid-Gas, Blasen aus Eiweißen und Gummistoffen bestehend. Auch Ausdruck für die Gärzeit, in der dieser Schaum auftritt.

Küken

Drehbarer, konischer Einsatz in Ventilen. Durch Drehen des Küken wird das Ventil geöffnet oder geschlossen.

L

Läutern

nennt man das Trennen der festen Bestandteile (Treber) von den flüssigen (Würze) der Maische.

Leichtbier

hat höchstens 9° Stammwürze und ist entsprechend kalorien- und alkoholarm. Wird kühler getrunken als andere Biere.

Lichteinfluss

Licht hat einen negativen Einfluss auf den Biergeschmack. Das braune Glas der Bierflaschen kann einen Großteil der schädlichen Lichtwellenlängen vom Bier fernhalten. Grünes Glas schneidet hier schlechter ab. Heute gibt es schon Weißglas, das vor UV Strahlung schützt.

Lupulin

Gelbes Pulver im Hopfen, das die Bitterstoffe beinhaltet.

M

Märzenbier

typisch österreichisches, untergäriges Bier, ausgewogen malzig, mild gehopft. Stammwürze: Mindestens 11°, meistens zwischen 12 bis 12,8°.

Maischen

ist das Mischen von geschrotetem Braumalz mit dem Brauwasser.

Maltose

oder Malzzucker entsteht beim Maischen aus der Malzstärke. Erst die Maltose kann von der Hefe in Alkohol und Kohlensäure umgewandelt werden.

Malz

Die Braugerste wird in der Mälzerei durch Aufquellen mit Wasser unter Einwirkung von Wärme zum Keimen gebracht. Nach einigen Tagen wird der Vorgang beendet, das erhaltene Gerstenmalz gedarrt (getrocknet) und geschrotet (zerkleinert).

N

Nachgärung

Letzter Abschnitt der Gärung in dem die restlichen vergärbaren Extraktstoffe in Alkohol, CO2 und Wärme abgebaut werden, wobei sich das Bier mit CO2 anreichert.

Nachguss

als Folge des Anschwänzens vom Treber ablaufende dünnere Würzen

Nachtrunk

Geschmack – Eindruck, den das Bier nach dem Schlucken auf der Zunge und am Gaumen hinterlässt.

Nachtwächter

Bier, das über Nacht in der Zapfleitung stand. Gehört in den Ausguss.

O

Obergäriges Bier

Mit obergäriger Hefe gebrautes Bier. Die Gärung findet bei 12-15°C statt. Geringere Haltbarkeit und Lagerfähigkeit als untergäriges Bier.
Bis ins vorige Jahrhundert wurde mangels geeigneter Kühlaggregate fast ausschließlich obergärig gebraut.
Obergärige Hefen befinden sich nach der Gärung oben auf dem Bier im Gärtank. Daher rührt ihr Name.

P

P45, P90

Hopfenpellets, die nach Anreicherung soviel Bitterstoffe enthalten wie eine der Zahl entsprechende Masse normalen Hopfens.

Pasteurisieren

Haltbarmachen des Bieres durch Hitzeeinwirkung. Dadurch wird die biologische Stabilität beeinflusst.

pH – Wert

Maß für den Säure- bzw. Alkalitätsgrad einer Lösung. Der pH-Wert von 7 markiert den Neutralpunkt. Werte darunter werden als sauer, darüber als alkalisch bezeichnet. Der pH-Wert des Bieres liegt zwischen 4 und 5.

Pichautomat

Die Holzfässer mußten innen mit Pech abgedichtet werden: Auf dem Pichautomaten wurden sie mit heißer Luft ausgeblasen, mit frischem Pech befüllt und so lange gerollt, bis sich an den Innenwänden eine dichte Schicht gebildet hatte.

Pilsbier

ist untergärig gebraut, sehr hell, stärker gehopft und weist eine Stammwürze von mindestens 11° Plato auf.

Plato

% Plato, veraltet:° Plato: Maßeinheit des Brauwesens für die Konzentration der Anstellwürze.

Q

Quellen

Kommt das Malz mit Wasser während dem Maischen in Kontakt, quillt dieses auf, wodurch das Volumen des Schrotes zunimmt.

R

Rast

Phase beim Maischen. Gekennzeichnet durch eine Temperatur (Rasttemperatur) die für eine bestimmte Zeit (Rastzeit) konstant gehalten wird.

Rasttemperatur

Temperatur, bei der eine Rast gehalten wird.

Reifung

Nach der Hauptgärung und dem Abziehen der Hefe ablaufender Prozess, bei dem Gärungsnebenprodukte abgebaut werden. Das Bier erhält einen besseren, vollen und abgerundeten Geschmack.

Reinheit

sensorischer Eindruck vom Bier dann, wenn kein unangenehmer, bierfremder Geruch oder Geschmack festgestellt wird.

Reinheitsgebot

Wurde am 23.04.1516 von Herzog Wilhelm IV erlassen und schreibt vor, für die Herstellung von Bier ausschließlich Malz, Wasser und Hopfen (die Hefe war noch nicht bekannt) zu verwenden.

Rezenz

Bezeichnet den Frischeeindruck eines Bieres. Entscheidende Parameter hierfür sind CO2 Gehalt und pH-Wert des Bieres.

Rohfrucht

nicht gemälzte Zugaben zur Maische wie Reis, Mais oder auch ungemälzter Weizen oder ungemälzte Gerste.

S

Sauerstoff

Bierfeind Nr. 1., der zur Oxidationen und damit zu Geschmacksverfremdungen im Bräu führt. Für den Biertrinker hingegen ist Sauerstoff überlebensnotwendig.

Schankbier

hat eine Stammwürze von 9° bis 11°.

Schankanlage

In der Gastronomie verwendete Anlagen zum Ausschank von Fassbier.

Schaum

entsteht durch das Entweichen von Kohlendioxid aus dem Bier in Verbindung mit Eiweißen und Gummistoffen, die das elastische Häutchen um die Blasen bilden. Im Glas auch Blume oder Krone genannt, auf dem Gärgefäß sind es die Kräusen.

Schlauchen

allgemein: Nutzung von Schläuchen, etwas in Schläuchenführen. Abziehen der Flüssigkeit von einem Gefäß. Besonders der Vorgang des Führens des Jungbiers nach der Gärung in den Lagertank.

Schroten

Malz so zerdrücken, dass das Innere des Korns für Wasser zugänglich wird und die Spelzen
weitgehend erhalten bleiben. Nicht zu Verwechseln mit dem Mahlen, bei dem das Korn nicht zerdrückt sondern zerrieben wird.

Schwammkugel

leicht verformbare Kugel aus schwammartigem Material, die mit Flüssigkeitsdruck durch Leitungen geführt wird um die inneren Flächen der Leitung von Belägen zu reinigen.

Sediment

durch Schwerkraft abgesetzte Teilchen am Boden eines Gefäßes.

Senkboden

Boden des Läuterbottichs, ausgeführt mit Schlitzen als eine Art Sieb.

Setzbottich

Bottich, in den eine trubhaltige Flüssigkeit gegeben wird, damit sich der Trub am Boden ab- setzt.

Speise

frische Würze, die dem weitgehend vergorenen Bier zugesetzt wird, um die Gärung fortzusetzen. So beim Übergang von der offenen Gärung zur Druckreifung (auch Flaschenreifung). Dann notwendig, wenn im Jungbier kaum noch Zucker enthalten ist. Die Vergärung der Speise führt zu einem Druckaufbau und damit auch zur Lösung von Kohlendioxid im Bier. Auch Würze, die einer Hefe bei deren Anzucht oder Weiterführung als Nahrung zugegeben wird.

Spelze

Haut des Korns. Soll beim Schroten erhalten bleiben um das Treberfilter zu bilden.

Spezialbier

darf sich in Österreich ein Bier ab 12,5° Stammwürze nennen.
Es ist ein hellgelbes, vollmundiges, ausgewogen würziges, fein gehopftes Vollbier.

Spundung

Verschließen des Lagertanks zur Anreicherung von CO2. Der benötigte Druck wird durch den Spundapparat geregelt. Ungespundetes Bier lagert ohne Gegendruck und hat dadurch kaum CO2 gelöst.

Stammwürze

gibt in Grad die Konzentration der gelösten Stoffe (vor allem Malzzucker und Eiweißstoffe) in der Würze an. So bedeuten z. B. 12° Stammwürze, daß auf 100 Teile Wasser 12 Teile gelöste Stoffe kommen.

Stammwürzegehalt

Der Stammwürzegehalt regelt die Einteilung der Biergattungen.  Extraktgehalt in der Würze vor dem Anstellen der Hefe. Anteil an löslichen Stoffen (Zucker, Eiweiß- und Bitterstoffe) in der Würze vor der Gärung. Gilt als wichtiges Maß für Bierentwurf und -beurteilung und ist zusammen mit dem Volumen Maß für die Besteuerung.
Aus der Stammwürze bilden sich bei der Gärung zirka 1/3%M Alkohol, 1/3%M Kohlendioxid und 1/3 verbleibt als nichtvergärbarer Restextrakt.

Stärke

Wird vom Malz und anderen Stoffe geliefert und im Maischprozess durch Enzyme zu einem großen Teil in vergärbare Zucker (Extrakt) gewandelt.

Sud

ist der Vorgang des Kochens der Würze. Dies geschieht im Sudhaus in der Sudpfanne.

Sudhaus

Das Herz der Brauerei; hier werden die drei Rohstoffe Wasser, Malz und Hopfen zur Würze verarbeitet.

Sudhausausbeute

Verhältnis des im Sudhaus gewonnenen Extrakts zur Schüttung (d.h. zur zugesetzten Malzmenge).

T

Tapete

Schaummuster am ausgetrunkenen Glas auch als “Brüssler Spitze” bezeichnet.

Treber

Unlösliche Malzreststoffe, die nach dem Abfließen im Läuterbottich verbleiben. Aufgrund ihres Eiweiß- und Ballaststoffgehaltes stellen sie ein wertvolles Viehfutter dar oder finden als Backzutat Verwendung.

Trubkegel

Ansammlung des Trubes in der Mitte des Whirlpools nach der Whirlpoolruhe.

U

Untergäriges Bier

ist helles, in Österreich am meisten getrunkenes Bier. Untergärige Hefe arbeitet bei Temperaturen von 6 – 12°C und setzt sich nach dem Gärprozess im Tank unten ab, wo sie abgezogen wird. Es ist länger haltbar als obergäriges Bier.

Umkehrosmose

Verfahren zur Entsalzung von Wasser, bzw. Entalkoholisierung von Bier mittels Membranen (“Molekularsieb”).

V

Vitamine

Die im Bräu enthaltenen Vitamine B2,B6 und B9 sind wertvolle Helfer im Kampf gegen Arteriosklerose und wichtig für Nervensystem, Blutbildung, Haut und Haare. B9 ist im Gespräch, als DNS Schutzfaktor und damit gegen Veränderungen des Erbgutes zu wirken. Riboflavin (B2)ist an jeglichem Umbau/Aufbau/Abbau in unseren Zellsystemen beteiligt. Folsäure ist in der Lage den Homocysteinspiegel als Risikofaktor zu senken.

Vergärungsgrad

Maßeinheit für den Fortschritt der Gärung.

Vollbier

Jedes Bier in Österreich, das mindestens 11° Stammwürze hat.

Vollmundigkeit

Wichtiger Geschmackseindruck eines Bieres, der stark von der Sorte abhängt. So sollte ein Pils eine geringe Vollmundigkeit besitzen, während ein dunkler Bock sehr vollmundig schmecken darf

Volumenprozent

Prozentueller Volumenanteil. 1 Vol. % Alkohol entspr. in Wasser 0,79 Gew.%.

W

Wasser

Mengenmäßig wichtigster Bierinhaltsstoff. Die Zusammensetzung des Wassers übt einen wesentlichen Einfluss auf den Biergeschmack aus.

Weizen

Getreidesorte, die vermälzt zur Herstellung von obergärigen Weizen- oder Weißbieren verwendet wird.

Weizenbier

ist obergäriges Bier, dessen Weizenmalzanteil mindestens 50% ausmacht.
Weizenbiere gibt es sowohl blank (klar) als auch ungefiltert hefetrüb. Erfrischend, spritzig, schwächer gehopft und sehr kohlensäurereich.

Whirlpool

Abscheider, Filter. Nutzt die Wirbelbewegung der Flüssigkeit

Wiener Malz

zur Herstellung goldfarbiger Biere, 5.5…6 EBC. Besonders für Märzenbier, Festbier, Hausbräubier.

Würze

Endprodukt des Sudprozesses und Ergebnis des Maischens. In ihr sind drei der vier zugelassenen Rohstoffe für die Bierherstellung (Wasser, Malz und Hopfen) enthalten.

X

Xanthohuomol

Das Xanthohuomol des Hopfens wirkt als Antioxidanz stärker als grüner Tee und Wein oder Soja. Seit alter Zeit ein mildes Sedativum in Kombination mit den enthaltenen ätherischen Ölen.

Y

Yellow Submarine

Lied der BEATLES in dem Bier nicht mit einem einzigen Wort gewürdigt wird.

Z

Zapfkopf

Anschlussstück für Kegs und Fässer zum Zapfen des Bieres.

Ziehen

früher wurde mit dem Mund Flüssigkeit durch einen Schlauch angesaugt um dann durch den Schlauch über den Gefäßrand in ein tiefer stehendes Gefäß zu laufen. Allgemein: Flüssigkeit aus einem Gefäß heraussaugen, auch mit einer Pumpe (abziehen).

Zufärbung

Die Würze erfährt durch die Hitzeeinwirkung beim Kochen eine Zufärbung, außerdem kann das abgefüllte Bier im Laufe der Lagerung in der Flasche durch den Einfluss von Sauerstoff oder Licht dunkler werden.

Zwicklbier

ist unfiltriertes, durch Hefe und Eiweißstoffe naturtrübes Bier, das direkt dem Gärbottich vom Zwicklhahn entnommen wird. Sein Geschmack ist vollmundig.

Zylindrokonischer Tank

senkrecht stehender zylindrischer Tank, der unten kegelig ausgebildet ist. In der Spitze des Kegels setzt sich Sediment ab. An der Spitze unten befindet sich der Anschluss zum Abziehen.